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Boulevard Theater HISTORIE

Vorwort

Im Zuge des Umbaus 1910 wurde eine Zwischendecke eingezogen und es folgte eine unterschiedliche Nutzung der Räumlichkeiten im Erdgeschoss und im Souterrain.

Heute beherbergt das Erdgeschoss einen Wienerwald, Burger King und das Take Five. Besonders sehenswert ist der Burger King, direkt beim Eingang rechts befindet sich eine plakatgroße Fotografie der Location vor 1910 und über dem Verkaufsraum befindet sich noch die original erhaltene Stuckdecke, welche von Burger King freigelegt und restauriert wurde.

Im Souterrain waren lange Zeit nur noch 199,9 m2 genutzt, der große Zuschauerraum und die Bühne hielten versteckt hinter Mauern und einem Holzverschlag über viele Jahrzehnte einen Dornröschenschlaf und waren dem Verfall preisgegeben. Art & Style hat ab 2008 die Flächen im Souterrain zusammengelegt und das ehemalige Boulevard Theater wieder in den Zustand von 1910 versetzt.

Zeittafel

Datum Geschehen
ab 1628
Alter St. Annahof mit Jesuitenkloster
vor 1814
Franz Schubert absolvierte die Lehrerausbildung in der Normalschule St. Anna, im Jesuitenkloster in der Annagasse 3
Wikipedia: Franz Schubert
Zuckmantel: Franz Schubert
01.03.1840
Eröffnung einer bidermeierlichen Erlebniswelt im Keller, welche 1864 wieder geschlossen wurde.
Filmarchiv Austria: Geschichte 1840
1893 bis
1895
Neubau des St. Annahof vom Architektenbüro Fellner und Helmer im Auftrag von Viktor Silberer, einer der Pioniere der österreichischen Luftfahrt.
Wikipedia: Büro Fellner & Helmer
Wikipedia: Viktor Silberer
1910
Umbau der Räumlichkeiten in den heutigen Zustand. Die Tapeten aus dieser Zeit sind Arbeiten von Otto Prutscher.
Bundesdenkmalamt: Das Boulevardtheater im Annahof
Wikipedia: St. Annahof (Wien)
Wikipedia: Otto Prutscher
1910
Eröffnung des Max & Moritz Theater der Wiener Ballhausgesellschaft unter der Leitung von Ferdinand Grünecker und Ludwig Hirschfeld.
1911
Hans Moser hatte sein Debüt in Solorollen als Komiker und hatte damit seinen Durchbrauch im Max & Moritz Theater erreicht
Wikipedia: Hans Moser
1915/16 bis
1924
Das Eisenbach Ensemble war ab der Saison 1915/16 fest in der Annagasse angesiedelt.
Wikipedia: Heinrich Eisenbach
1924
Die Robert Stolz-Bühne eröffnet, hat aber nur ein kurzes Bestehen.
Wikipedia: Robert Stolz
1927
Fritz Grünbaum und Julius Wiesner gelingt es, wieder ein Boulevard Theater im Stile des Max & Moritz zu etablieren. Nach seiner Umgründung im Jahr 1928 wurde es bis ins Jahr 1934 als Theater der Komiker betrieben.
Wikipedia: Fritz Grünbaum
1933
Ab 1933 fungierte Sándor Rott als Direktor des Theaters. Ab Herbst des Jahres wurde ihm immer wieder von Behörden aufgetragen Mängel zu beseitigen, welches nicht passierte.
08.12.1934
Das Theater der Komiker schließt, aufgrund wirtschaftlicher Probleme, seine Pforten und beendet den Spielbetrieb.
nach 1934
Nutzung unter dem Namen Tabarin. Die Räumlichkeiten der späteren Diskothek Monte waren zu Tabarin-Zeiten der Eingangsbereich zum großen Tanzsaal.
1938
Entsprechend der Sprachregelung im Dritten Reich musste das Tabarin seinen Namen in Triumph-Tanzpalast ändern.
1950er Jahre
Am ehemaligen Standort des Max & Moritz entstand die Melodies Bar. Dort spielten unter anderem Maxi Böhm, Hugo Wiener und Cissy Kraner.
Wikipedia: Maxi Böhm
Wikipedia: Hugo Wiener
Wikipedia: Cissy Kraner
1955
Fatty George eröffnet das Fatty's Jazz Casino. Sein Verdienst liegt in der Vermittlung des Mainstream Jazz.
Wikipedia: Fatty George
Wikipedia: Mainstream Jazz
Ende 1950er
Jahre
Niki Czernin, Alfi Windisch-Graetz und Thomas Hörbiger gründen den Playboy-Club, einer der ersten Discotheken Wiens.
Wikipedia: Thomas Hörbiger
1960
Trennung der Räumlichkeiten in verschiedene kleine Einheiten
1962
Im Keller des Playboy-Club wurde das Tanzlokal Playboy behördlich genehmigt. Nachdem zwei weitere Besitzer dazu gestoßen waren, wurde das Lokal in Take Five umbenannt.
1963
Die österreichische Schlagerband Bambis führt das Lokal. Ihre beiden größten Erfolge waren Melancholie und Nur ein Bild von Dir, mit denen sie 1964 und 1965 Plätze in den Charts belegten
Wikipedia: Bambis
1963
Zu dieser Zeit wurde das Tabarin in Tenne umbenannt. Damals wurde eine Verkleidung eingebaut, welche die prachtvollen Fin de siècle-Stuckverzierungen an der Decke verbargen. Burger King hatte bei seinem Einzug die Decke wieder freigelegt.
Wikipedia: Fin de siècle
Wikipedia: Stuckverzierungen
Nach 1963
In den Räumlichkeiten der späteren Diskothek Monte gab es mehrere Pächter. Das Lokal hieß unter anderem Little Tabarin, Playboy, C3, Spiegel, Monte Nuovo, Montevideo, und Monte.
Ab 1980er
Jahre
Das Lokal Montevideo bzw. Monte war ein beliebter Szenetreffpunkt in Wien und gehörte neben dem Take Five zu den nobelsten Diskotheken Wiens. Der Türsteher und Szenefotograf Conny de Beauclair begann seine Karriere in den 1980er Jahren in diesem Lokal.
Wikipedia: Monte
Wikipedia: Conny de Beauclair
2001
Pächterwechsel und eine Neuorientierung auf ein junges Publikum statt. Der Lokalumbau und das neue Konzept wurden aber nicht angenommen, und deshalb musste das Lokal nach einigen unglücklichen Versuchen im Jahr 2004 schließen.
2008
Art & Style übernimmt die ehemaligen Räumlichkeiten des Monte und den dahinter verborgenen Zuschauerraum und die ehemalige Bühne. Ebenso werden Kellerräume auf zwei darunterliegenden Etagen übernommen. Es wird mit der Wiederherstellung begonnen.
24.09.2010
Anlässlich des Tages des Denkmals am 26. September 2010 fand im Rahmen der Eröffnung am 24.09.2010 eine Pressekonferenz mit Frau Minister Claudia Schmied sowie ein von Art & Style veranstaltetes Pressefrühstück, noch in der damaligen Baustelle, statt.
26.09.2010
Art & Style öffnet im Zuge des Tag des Denkmals erstmals wieder die Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit. Rund 1.500 begeisterte Besucher waren zur Besichtigung gekommen.
März 2012
Eröffnung des Art & Style Stores mit Testbetrieb.
September 2012
Neuerliche Öffnung der Location am Tag des Denkmals mit diesmal über 1.800 Besuchern.
September 2014
Und wieder werden am Tag des Denkmals die Türen geöffnet. Erstmals ist auch das zweite Stiegenhaus, welches zu Tabarin-Zeiten der Zugang zum großen Tanzsaal war, zugänglich gemacht.

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